Das Spektrum der Kontextsensitivität
Ein Kontinuum wie IQ
Wie bei einer IQ-Verteilung gibt es auch eine Verteilung in der Kontextsensitivität. Manche sind stark im komplexen Denken, andere schwächer im komplexen Denken. Die meisten Menschen befinden sich in der breiten Mitte der Gauß-Kurve.
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Der Baum als Metapher
Kontext ist keine eindimensionale Größe. So wie die Äste eines Baumes in alle Richtungen wachsen, kann auch die Kontextsensitivität je nach Bereich unterschiedlich sein. Jemand kann beispielsweise in sozialen Situationen sehr kontextuell denken, in organisatorischen Angelegenheiten jedoch eher konkret und linear.
Denkgrade
Wir unterscheiden drei Ebenen:
- Erstgradiges Denken: linear und konkret
- Zweitgradiges Denken: Denken darüber, wie ein anderer denkt
- Drittgradiges Denken: Denken darüber, wie ein anderer denkt, der über einen Dritten nachdenkt
Ab dem zweitgradigen Denken sprechen wir von komplexem Denken.

Komplexes Denken
Komplexes Denken ist die Fähigkeit, mehrere Perspektiven, Zeitschichten und Konsequenzen in die Interpretation einer Situation zu integrieren. Siehe Lexikon – Komplexes Denken für die vollständige Definition.
Spektrum von niedrig bis hoch
Auf der linken Seite des Spektrums steht Kontextblindheit:
- Informationen hauptsächlich wörtlich und konkret interpretieren
- viel Aufmerksamkeit für Details, weniger für Zusammenhänge
- soziale und emotionale Signale übersehen
- transaktionales Verhalten
Auf der rechten Seite steht hoch-kontextuelles Denken:
- Verbindungen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft herstellen
- Nuancen und Untertöne verstehen
- die Perspektiven anderer berücksichtigen
- stark im Systemdenken und Langzeitdenken
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Für konkrete Beispiele, siehe Beispiele für kontextarmes Denken und Beispiele für kontextreiches Denken.